Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die sich vielleicht im Zusammenhang mit Shiatsu und einer Behandlung ergeben, vor allem, wenn Sie mit Shiatsu noch nie in Berührung gekommen sind und noch keine Behandlung bekommen haben:

Für wen ist Shiatsu geeignet?

Shiatsu ist für jeden Menschen geeignet, gleich welchen Alters er ist und in welcher Lebenssituation er sich befindet. Es ist eine Körperarbeit, mit der sanft und achtsam auf die jeweilig individuellen energetischen Bedürfnisse des Menschen eingegangen wird. Dabei kann Shiatsu aber nicht die Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker ersetzen, wenngleich es auch manchmal hilfreich sein kann, begleitend zu unterstützen.

Shiatsu eignet sich gut für Menschen, die ihre Ungleichgewichte erspüren und wieder in Fluss kommen wollen, um damit zu ihrem Wohlbefinden und zur Förderung ihrer Gesundheit beizutragen.

Die Behandlung

Die Behandlung erfolgt klassisch auf dem Futon und dauert in der Regel ca. 45 Minuten. Dazu ist es sinnvoll, bequeme und warme Kleidung zu tragen. Vor der Behandlung sollten Sie nicht üppig gegessen haben. Sie werden am bekleideten Körper behandelt.

Behandlungen werden auch auf einer Massageliege oder in Form einer Kurzbehandlung von ca. 15 Minuten auf einem speziellen Behandlungsstuhl gegeben, abhängig von den Bedürfnissen und der Umgebung, in der die Behandlungen erfolgen. Beispielsweise bieten sich Kurzbehandlungen auf dem Stuhl zur Entspannung auf Messen oder zur Entspannung und Gesundheitsförderung der Mitarbeiter in Firmen an.

Nachfolgend seien ein paar Begriffe wirklich nur knapp erklärt, um eine ungefähre Vorstellung zu geben, worum es eigentlich geht. Mit manch einem dieser Begriffe ließen sich Bücher füllen, und das wurde ja auch schon getan.

Was bedeutet eigentlich „kyo und jitsu“?

Das Konzept von „kyo“ und „jitsu“ ist ein zentrales Konzept im Zen Shiatsu und bezeichnet momentane, energetische Zustände. „kyo“ steht dabei u.a. für Leere, Bedürftigkeit oder Erschöpfung, während „jitsu“ u.a. für Fülle, Überfluss, Überaktivität und auch Blockade steht. Diese Muster stehen in Beziehung zueinander und sind im ständigen Fluss begriffen. Geachtet wird auf das stärkste „kyo“ und das stärkste „jitsu“, um das „kyo“ zu behandeln und die Harmonie und den Ausgleich und damit die Erhaltung der Gesundheit zu fördern. Je früher dieser Ausgleich geschieht, umso besser, bevor sich diese energetischen Auffälligkeiten manifestieren.

Was ist denn das Ki?

Ki ist der japanische Begriff für die Lebensenergie, die uns aus dem Chinesischen als Qi oder Chi geläufig ist. Wie bei vielen Begriffen der asiatischen Philosophie gibt es keine einfache 1:1 Übersetzung in ein westliches Konzept oder Denkmodell, daher belassen wir es hier bei der Gleichsetzung von Ki mit Energie oder Kraft, die alles verbindet. Es gibt viele Arten von Ki. Ein paar davon seien genannt:

  • Das Ursprungs-Ki bekommen wir bei unserer Geburt mit. Es wird uns vererbt und bestimmt unter anderem unsere Konstitution. Dieses Ki wird auch „Essenz“ genannt. Sie gilt es zu pflegen, denn sie verbraucht sich im Laufe des Lebens.
  • Das Nahrungs-Ki ist die Energie, die wir aus der Nahrung ziehen und die im Körper in den Energiekreislauf für die vielfältigen Aufgaben mit einfließt. Daher sollen wir bewusst darauf achten, wie wir uns ernähren.
  • Das Atem-Ki ist die Energie, die wir beim Atmen aufnehmen und auch brauchen.

Aus diesen drei Grundenergien werden vielfältige andere Energien gebildet. Eine davon ist das Abwehr-Ki, das uns schützen und vor schädlichen Einflüssen bewahren soll. Damit ist offensichtlich, was passiert, wenn wir uns auf Dauer überfordern und dann schädlichen Einflüssen ausgesetzt sind. Eine andere Energie, die aus den Grundenergien gebildet wird, ist das Ki, das in den Leitbahnen fließt und zu dem wir im Shiatsu in Kontakt treten können. Ki zeigt sich uns auf physischer wie auch auf psychischer Ebene.

Was sind Meridiane?

Meridiane sind die Energieleitbahnen, die den Körper durchziehen und in denen das Ki oder Qi fließt. Die klassischen Verläufe dieser Leitbahnen sind auch in anderen Lehren, wie z.B. der Akupunktur, bekannt. Masunga hat den klassischen Verläufen aufgrund seiner langjährigen Beobachtungen seine Erweiterungen hinzugefügt. Im Shiatsu interessieren uns zur Behandlung besonders die 12 Hauptmeridiane. Über zwei der Sondermeridiane, nämlich Ren Mai und Du Mai, finden wir weitere Möglichkeiten, uns einen Eindruck über den energetischen Zustand eines Menschen zu verschaffen. Über die Meridiane finden wir den Zugang zum Ki.

Das Hara

Das Hara ist zunächst einmal der Bauchraum. Damit ist der Begriff aber nicht umfassend beschrieben, denn das Hara bedeutet auch „die Mitte des Menschen“. Es ist das energetische Zentrum des Menschen, in dem wir ruhen, und aus dem heraus wir handeln (sollten). Im Hara zu sein bedeutet, in seiner Mitte zu sein. In der Shiatsu-Behandlung bekommt das Hara darüber hinaus eine Bedeutung, weil sich hier der momentane energetische Zustand eines Menschen erspüren lässt, denn jedem Funktionskreis und jeder Wandlungsphase ist hier eine Zone zugeordnet, die Aufschluss über die momentane Energie (Ki) gibt. Parallel zum Erkennen des Ist-Zustandes lässt sich über das Hara aber auch behandeln.

Absichtslosigkeit

Die Absichtslosigkeit (wu wei) ist ein weiterer zentraler Begriff im Shiatsu sowie der chinesischen Philosophie. Damit ist nicht gemeint, dass wir in der Behandlung nichts erreichen wollen (denn mit Entspannung und Wohlbefinden erreichen wir ja auch etwas). Sondern es meint, nicht gegen die Natur der Dinge zu handeln. Absichtslosigkeit bedeutet, etwas nicht erzwingen zu wollen.

Yin und Yang

Yin und Yang sind neben den Wandlungsphasen die zentralen Begriffe der alten Texte der chinesischen Philosophie zur Gesundheits- und Lebenspflege. Die Schriftzeichen dazu stellen die sonnige und die schattige Seite eines Berges dar. Diese Zeichen stellen die Polaritäten dar und sind die Kehrseiten zueinander. Gleichzeitig sind sie auch in Abhängigkeit voneinander und bedingen und ergänzen einander, denn einzeln für sich wären sie unvollständig. Jedes ist im Anderen enthalten und kann ohne das andere nicht sein. Yin & Yang sind keine starren Zustände, sondern ein fortlaufend dynamischer Prozess, ein Kontinuum ihrer Beziehung zueinander.

Die Wandlungsphasen

Die Wandlungsphasen sind neben Yin und Yang das andere zentrale Konzept chinesischer und japanischer Philosophien. Es wird manchmal auch „5 Elemente“ genannt, was den Charakter aber nicht richtig trifft, denn jedes Element (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) steht wiederum in Verbindung zu den anderen Elementen und ist einem fortwährenden Zyklus der Veränderung (Wandlung) begriffen. Auf den Frühling (Holz) folgt der Sommer (Feuer), darauf der Spätsommer (Erde), darauf der Herbst (Metall) und schließlich der Winter (Wasser), und zwar Jahr für Jahr. Genauso lässt sich das Konzept der Wandlungsphasen auf das Leben eines Menschen, aber auch auf die Vorgänge körperlicher, geistiger und seelischer Natur innerhalb eines Menschen, übertragen. Jeder Wandlungsphase werden Eigenschaften und Merkmale zugeordnet, abhängig davon, auf welche Aspekte die Wandlungsphasen bezogen werden.

Die Funktionskreise

Jeder Wandlungsphase wird ein Organpaar, ein Paar von Funktionskreisen, zugeordnet, wobei je ein Funktionskreis Yin, und der zugehörige Yang ist. Die Ausnahme bildet das Feuer, denn hier gibt es zwei Paare von Funktionskreisen. Um eine Verwechslung mit den anatomischen Organen zu vermeiden, seien sie als Funktionskreise bezeichnet. Jeder Funktionskreis hat wieder seine speziellen Aufgaben in Körper, Geist und Seele(n) des Menschen.

Wandlungsphase       Yin-Funktionskreis       Yang-Funktionskreis      
Holz Leber Gallenblase
Feuer Herz Dünndarm
Perikard Dreifacher Erwärmer
Erde Milz Magen
Metall Lunge Dickdarm
Wasser Niere Blase

 

Warum Seele(n)?

Eigentlich heißt es ja „Körper, Geist und Seele”, aber in der asiatischen Lehre ist jeder Wandlungsphase eine Seele mit ihren entsprechenden Qualitäten und Funktionen zugeordnet, so dass wir hier tatsächlich auf 5 Seelen kommen. Die Seelen nennt man Hun, Shen, Yi, Po und Zhi. Jede der Seelen steht mit einem der entsprechenden Yin-Organe in Beziehung.